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Lautsprecher für den Amiga

Als ich mir meinen Amiga gekauft hatte, kam mir die Idee, noch weitere originale Commodore-Peripheriegeräte dafür zu besorgen. Vor einiger Zeit hatte ich bereits einen gut erhaltenen Commodore 1084S-D2 gekauft. Er ist zwar Stereo und klingt schön retro, aber auch fürs Auge wären ein paar separate Lautsprecher auf dem Tisch ganz nett. Ich suchte mir das Modell SP-120 aus, das offenbar von einer chinesischen Fabrik in Lizenz für mehrere verschiedene Abnehmer, darunter Commodore, hergestellt wurde. Gelegentlich tauchen sie weltweit bei Auktionen auf, doch der Preis liegt meistens über 100 EUR und der Zustand ist oft nicht besonders schön. Eines Tages stieß ich auf einen Verkäufer, der einen recht vernünftigen Preis verlangte, und wir wurden uns einig. Nach Zahlung des vereinbarten Betrags kam ein Karton an, in dem sich die ersehnten Lautsprecher in ziemlich erbärmlichem Zustand und zudem leicht vergilbt befanden. Deshalb entschied ich mich für eine komplette Restaurierung.

Als Erstes ging es ans Zerlegen. Man konnte sehen, dass sich bereits jemand daran versucht hatte, und zwar auf ziemlich brutale Weise. Dabei war am Rand, an dem Vorder- und Rückteil zusammengefügt werden, ein Stück Kunststoff abgebrochen und vollständig verschwunden. Nach einer Weile fand ich heraus, dass das vordere Schutzgitter abgenommen werden musste. Auch dieses hatte vom Vorbesitzer einiges abbekommen. An mehreren Stellen war das Gitter eingedrückt, teilweise begann es zu rosten, und eine Ecke war durch den Versuch, mit einem Schraubendreher ins Innere zu gelangen, völlig demoliert. Dabei genügte ein dünner Draht, den man an zwei Ecken durch das Gitter und wieder herausführt und dann als Griff benutzt, um das Gitter langsam herauszuziehen. Das Gitter wird durch seine eigene Spannung gehalten und zusätzlich mit einem schwarzen elastischen Kleber fixiert, der sich schließlich löste.

Nach dem Entfernen des Gitters bot sich ein schrecklicher Anblick. Die mittlere Staubschutzkalotte der Lautsprechermembran war nach innen gedrückt, alles war mit Kaffee bekleckert und voller Staub und Schmutz. Ich baute die gesamte Elektronik aus und wusch die Kunststoffteile gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel. Nach dem Waschen kamen weitere Schäden zum Vorschein. Die Lautsprecher standen offenbar einmal in irgendeiner Werkstatt, denn ein Kunststoffteil weist seitlich deutliche Brandspuren auf, als wären Funken vom Schweißen oder Schleifen darauf gefallen. Mit sehr feinem Schleifpapier konnte ich sie teilweise auf einen durchaus akzeptablen Zustand polieren und anschließend mit dem Bleichen im Peroxidbad beginnen. Die hinteren Kunststoffgehäuse der Lautsprecher sind ziemlich voluminös, sodass ein vollständiges Eintauchen nicht einfach war und mehr Wasser als üblich benötigt wurde. Wegen des geringeren Peroxidanteils in der Lösung ließ ich die Kunststoffteile fast zwei volle Tage im Bad.

Das Bleichen gelang, und ich konnte mit der nächsten Phase der Restaurierung beginnen. Diesmal nahm ich mir die vorderen Drahtgitter vor. Mit dem bloßen Ausrichten der Dellen wollte ich mich nicht zufriedengeben, also ließ ich mir die exakte Farbe nach RAL-Farbkarte in einer Spraydose anmischen. Ein feiner Farbnebel wirkte Wunder.

Mit einem Staubsauger zog ich die mittlere Staubschutzkalotte der Lautsprechermembran wieder in ihre ursprüngliche Form und begann langsam mit dem Zusammenbau. Das Netzkabel ersetzte ich durch ein neues weißes. Nachdem alles wieder sauber zusammengepasst war, klebte ich nur noch runde Filzgleiter auf die Unterseite der Boxen. Werk vollendet. Die Lautsprecher sehen nun deutlich besser aus und sind wirklich schön anzusehen. Zum Schluss testete ich sie auch noch am Kassettendeck Technics RS-B755. Sie klingen ganz ordentlich und reichen für den Amiga vollkommen aus.

Was noch bleibt, ist das Reinigen bzw. Schmieren der Potentiometer, denn beim Einstellen der Lautstärke entstehen kratzende Geräusche. Außerdem war das ursprüngliche Typenschild gerissen, und aus Ungeduld kam ich beim Reinigen leider mit Verdünnung daran, wodurch die Buchstaben verschmierten. Eine Lösung habe ich bereits – siehe Fotos. Das Material ist mit dem Original identisch; ich suche nur noch jemanden, der mir einen absolut scharfen Druck anfertigen kann. Mal sehen. Jedenfalls dauerte der gesamte Prozess je nach verfügbarer Freizeit ungefähr drei Monate, aber es hat sich definitiv gelohnt 🙂

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